Sa   5.   Oktober   Musiktheater   20h

Abrazo – Tango des Überlebens

Ein Musiktheater mit Alexandra Prusa

 

1935 – eine arme Frau aus dem Bergdorf Rueras im Vorderrheintal emigriert nach Buenos Aires, überlebt knapp das höllische System der Zwangsprostitution, dem dort mittellose, alleinstehende Frauen aus Europa quasi ausnahmslos unterworfen werden, steigt zum Tango-­Star auf und kehrt schlussendlich ins kriegsgeplagte Europa zurück, wo sie in Genua ein ein neues Leben beginnt. Die Geschichte einer Nord-Süd-Emigration in Wort, Lied und Tanz.

 

Mit Abrazo stellt Alexandra Prosa für die Dauer eines Theater-Abends die aktuelle Migration-Diskussion auf den Kopf, denn die so schockierenden wie sinnreichen Erfahrungen der Melenita d Ort, zu welcher die mutige Frau aus der Schweiz in der Fremde wird, führen klar und drastisch vor, dass das, was heute Frauen aus Afrika, Rumänien oder Moldavien bei uns widerfahren kann – im Schlechten wie im Guten – vor nicht einmal 100 Jahren einer Schweizerin passieren konnte.

 

Musik spielt nebst dem Tagebuch der Melenita die wichtigste Rolle bei Abrazo – der Tango, entstanden zu Anfang des 20. Jahrhunderts als Produkt der Migration in den Hafenquartieren von Buenos Aires. Die Quellen des Tango, dieser grossartigen Musik der Heimatlosen, reichen von Polnisch Galizien, über die alpenländische Volksmusik, Spanien, Süditalien bis hin zum Kongo. Im Delta des Rio de la Plata angekommen, vermischten sich diese Einflüsse zudem der Musiktraditionen der indigenen Bevölkerung. In der getanzten und gesungenen Interpretation von Alexandra Prosa, der bekanntesten Schweizer Tango-Interpretin mit russischen Wurzeln, schliesst sich der thematische und musikalische Kreis um den Erdball.

 

Preise:

CHF 33
CHF 20 (Legi)


Mit Alexandra Prusa (Text, Spiel, Tanz, Gesang), Javier Fernandez (Piano), Juan Braceras (Violine), Mitch Mendez (Kontrabass), Gino Zambelli/Gerardo Agnesi (Bandoneon)