Do  18. März | Theater | 20h

Ich ersehne die Alpen; so entstehen die Seen


 

Unten im Tal ersehnt eine Frau die Alpen mit ihrer geräumigen Kälte, während sie in der Hitze ihrer engen Dachkammer wie in einem Sarg liegt und verbrennt. Im fiebrigen Delirium werden für sie die schroffen, scharfkantigen Gerölllandschaften zur erträumten Rettung aus der Einsamkeit und vor der endgültigen Auslöschung. Oben in den Bergen stolpert ein argloser Wanderer über die Leichen von vier Menschen, die im Gletschereis erfroren sind. So sehr er sich anfangs freut, endlich Gesellschaft zu haben, so wenig gelingt es ihm, die Toten aus ihrer Starre zu erwecken. Traurig lässt er sie in einen nahen Bergsee gleiten und setzt seinen Weg alleine fort.

 

Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen sind zwei Monologe, die aufeinander wie ein gegensätzliches Geschwisterpaar verweisen, sich ineinander spiegeln, ironisch gebrochen und voller Doppelbödigkeiten. Ein filigranes Sprachkunstwerk, in dem die Berge als identitätsstiftende Metapher, Wirklichkeitsort des Todes und Projektionsfläche eines unstillbaren Verlangens erhaben in die Höhe ragen und den Betrachter zugleich in ihren Schwindel erregenden Abgrund reissen.

 

Stephan Roppel, Vivianne Mösli und Michael Wolf beschäftigen sich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema Wandern und Unterwegssein. Beim Wandern treten Mensch und Landschaft in einen Dialog. Die Natur ist als Bühnenbild hautnah erlebbar. Der Verlauf einer Fussreise verschmilzt mit der inneren Erzählung, wodurch eine Gegenwart entsteht, wie man sie auf der Bühne findet. Schliesslich hat das Wandern in den Bergen, mit ihren Abgründen und Wetterumschlägen mit Exponierung und Gefahr zu tun – ganz wie im Theater.

 

In vielen Treffen haben die drei Theaterleute versucht, das Thema als «Projekt» mittels eigener Erfahrungen und Textkollagen anzupacken. Schliesslich reifte aber die Erkenntnis, das Thema anhand einer bestehenden Vorlage ins Theater zu tragen. Mit dem Stück «Ich ersehne die Alpen, so entstehen die Seen» des Tiroler Dramatikers Händl Klaus hat das Trio eine ideale Grundlage für eine Inszenierung gefunden, die – weit über den ursprünglichen Fokus hinaus – neue Horizonte auftut. Ein Glücksfall. In unsere Zeit ist so viel in Bewegung, so viel «auf Wanderung»: Völker, Berge, Gewässer, Temperaturen – die ganze Schöpfung. Wo steht da der einzelne Mensch, vor allem wenn er sich kraftlos, zerbrechlich und verlassen fühlt? Diesem einsamen, intimen

Blickwinkel wollen wir unsere Aufmerksamkeit widmen.


CHF 35 | 20 (Ermässigt)


 

Mit Vivianne Mösli, Michael Wolf

Text Händl Klaus

Regie Stephan Roppel

Bühne und Kostüme Isabel Schumacher

Licht Paul Schuler

Regieassistenz Bernadette Reisch

Produktion Verein alpenseensehnen

Produktionsleitung Matthias Wyssmann

 

Ko-ProduktionTheater Winkelwiese Zürich, ThiK Baden, Theater Tuchlaube Aarau

 

Unterstützung

Kuratorium Kanton Aargau, Kanton Zürich, BvC Stiftung, Ernst Göhner-Stiftung, Schweizerische Interpretenstiftung


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